Angespornt durch die Norwegen-Berichte von Grossmeister Kevin, sowie ein erstes winziges Nordlicht-Zückerchen auf unserem gemeinsamen Reykjavik-Trip, hatte mich das Aurora-Fieber endgültig gepackt. Zudem galt das Jahr als das Aktivste des 11-jährigen Sonnenaktivitäts-Zyklus – eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen durfte! Zwar hielten mich einige Verpflichtungen noch bis Anfang April zurück, doch dann musste ich einfach in den Norden aufbrechen, und mich auf die Jagd nach Nordlichten machen. Zwar sind die Nächte zu dieser Jahreszeit schon wieder sehr kurz, was die Chancen für Nordlicht-Sichtungen schmälert. Doch wenn sich der Tis etwas in den Kopf setzt, dann kriegt er es dort nicht mehr raus. Zudem bieten die langen Tage genügend Gelegenheit, aus den Widerøe-Dashs die atemberaubende Landschaft zu bestaunen, und hier und dort auf Fliegerjagd zu gehen. (Wo bei alledem der Schlaf untergebracht wird, ist übrigens ein ernsthaftes Problem!).

 

 

Tag 1: Anreise

 

 

 

Endlich geht’s los! Früh morgens gondle ich mit der Tram zum Flughafen Zürich, gebe meinen Koffer auf, und begebe mich ins Terminal 1. Nach einem Kurz-Treff mit einem Swiss-Copi und Flightforümler der ersten Stunde, geht’s auch für mich los. Im A319 HB-IPS fliegen mich seine Kollegen gen Norden!

 

 

 

Nach einem ruhigen Flug auf FL380 nähern wir uns der norwegischen Hauptstadt – doch doch, das sieht schon vielversprechend winterlich aus!

 

 

 

Rot bemalte Bauernhäuser auf einer flauschigen weissen Schneedecke – das gefällt!

 

 

 

Doch das war ja erst das Appetithäppchen. Nach kurzem Umsteigen in Oslo bringt mich SAS mit einer (recht seltenen) B737-600 nochmals um fast die gleiche Distanz weiter nach Norden. Endlich, nach weiteren 90 Minuten Flug, kommen Kevins Wirkungsgründe in Sicht: Die Stadt Tromsø.

 

 

 

Aha, hier oben fliegt man noch Sichtanflüge (und was für schöne)! Welcome to the Norwegian way of flying!

 

 

 

Für die meisten Nordlicht-Beobachter ist in Tromsø Schluss, doch für mich ging’s noch eine Station weiter. Ich hatte die etwas weiter östlich gelegene Kleinstadt Alta auserkoren. Einerseits bietet deren Lage an einem nach Norden offenen Fjord einen schnell erreichbaren und nicht lichtverschmutzten Blick nach Norden (d.h. auf die Polarlichter) – noch ohne Auto unterwegs, war das ziemlich wichtig. Zudem erhoffte ich mir dadurch, dass Alta durch einige Gebirgszüge vom typisch unbeständigen Westküsten-Wetter getrennt ist auch einen klareren Himmel. Und so geht’s auf einen letzten Hüpfer: Widerøes Q300 katapultiert mich über die verschneiten Dächer Tromsøs...

 

 

 

...und siehe da, mein Instinkt lag richtig! Auf dem Reiseflug nach Alta reisst die Bewölkung auf, und ein erstes Mal grüsst die wunderschöne Norwegische Szenerie!

 

 

 

 

Nach der Landung in Alta hüpfe ich auf den lokalen Bus in Richtung Stadt. Ich bin der einzige Passagier, und kann so gleich ein nettes Schwätzchen mit dem Busfahrer halten; als Angehöriger der Samen, also der Ureinwohner des Nordens, hat er viel Wissenswertes und Interessantes zu erzählen.

 

Nach 20 Minuten erreiche ich meine Unterkunft für die nächsten Tage, das Thon Hotel Vica. Schnell habe ich eingecheckt, und freue mich über ein stilvoll eingerichtetes Dachzimmer

 

 

 

Das Beste daran: Der freie Rundumblick ermöglicht es mir, den Nachthimmel bequem aus der Wärme nach Nordlichtern abzusuchen! Das ist Teil 1 des Plans „Nordlichter ohne Auto“.

 

 

 

Teil 2 kommt hier ins Spiel: Bei einem lokalen Fahrrad-Shop habe ich per E-Mail einen Drahtesel gemietet (sehr zur Verwunderung des Inhabers, was ich denn im Winter damit wolle) – und der steht schon im Skiraum des Hotels für mich bereit. So kann ich einerseits schnell reagieren, wenn draussen die Post abgeht – und spare mir zudem etwa 10 Taxifahrten zum Flughafen und zurück :). So besattelt unternehme ich einen ersten Überfall auf den nahen Supermarkt und decke mich mit allerlei lokalen Köstlichkeiten ein :)

 

 

 

 

Tag 2: Ausflug zum Nordkapp-Airport

 

Die erste Nacht ist bewölkt, und so kann ich noch etwas Schlaf vorholen. Dann steht der erste von insgesamt 30 Widerøe-Ritten an. Hauptziel: Das Flugfeeling in den kleinen Dashs auskosten, spektakulär gelegene Flugplätzchen besuchen, und schöne Blicke auf die Landschaft erhaschen. Heute gibt’s zum Warmwerden das Einstiegsprogramm: 2 Flüge, zwei Airports, und dann im Bus zurück nach Alta.

 

 

 

In aller Früh‘ geht’s dann los. Erst radle ich 30 Minuten über vereiste Fahrradwege durch die arktische Kälte an den Airport, wo mich bereits der erste Widerøe-Kraftwürfel erwartet. Auf geht’s!

 

 

 

Nach dem Start gibt’s einen sehenswerten Blick zurück auf den Flughafen von Alta. Dank seiner im Vergleich der Nord-Airports langen Landebahn kann er auch Jets aus Oslo empfangen, im Sommer finden gar einige Charterflüge ans Mittelmeer statt.

 

 

 

Ein Blick auf den Altafjord, wo die Eismassen des vergangenen Winters wieder zu schmelzen beginnen

 

 

 

Schon kommt die erste Station in Sicht: Hammerfest, eine der nördlichsten Städte der Welt, die vor allem wegen dem Erdgas-Business derzeit einen neuen Schub erfährt. Im Hintergrund ist ihr kleiner Airport zu sehen, auf dem wir gleich landen werden

 

 

 

Jaja, was wäre Norwegen ohne seine netten Häuschen! :)

 

 

 

Der Sichtanflug ist absolviert, schon befinden wir uns über den eingeschneiten Häuschen im Endanflug auf die Piste 23.

 

 

 

Ich habe gut drei Stunden Aufenthalt, und natürlich werden diese aviatisch eingesetzt! Es mangelt zwar etwas an Flugbewegungen, aber so habe ich genügend Zeit, durch den hüfttiefen Schnee zu stapfen und ein Panorama der 800-Meter-Piste zu erhaschen :)

 

 

 

Endlich werde ich erlöst. Die gleiche Dash mit gleicher Crew gabelt mich wieder auf (sie war inzwischen kurz in Tromsø), und nimmt mich mit in Richtung Nordkapp. Schöne Landschaften inklusive!

 

 

 

 

 

Wir erreichen Honningsvåg, und beginnen über den Klippen am Skipsfjord den Circling-Anflug

 

 

 

So sieht das in der GPS-Visualisierung aus - ganz schön spannend zu fliegen!

 

 

 

Erst kurz vor dem Touchdown folgt die Kurve in den Endanflug – das macht Honningsvåg so speziell

 

 

 

Aus dem Cockpit sieht das übrigens so aus (nicht von mir) - ab 4:30 folgt der interessante Teil:

 

 

 

Den Grund für dieses Manöver erkennt man in der Übersicht von einem nahegelegenen Hügel: Hinter dem Flughafen blockieren schroffe Berge die Anflugachse...

 

 

 

...weshalb das interessant gelegene Plätzchen quer zur Pistenachse vom Meer her angeflogen wird :)

 

 

 

Vom Flughafen aus marschiere ich ins Ortszentrum – doch auch so ein einfacher Spaziergang entlang der Hauptstrasse birgt im hohen Norden traumhafte Perspektiven!

 

 

 

Angekommen in Downtown Honningsvåg :D

 

 

 

 

Auch ein Schiff der Hurtigruten liegt vor Anker – die Schiffslinie fährt von Bergen im Süden bis Kirkenes im Nordosten fast der gesamten norwegischen Küste entlang.

 

 

 

Für mich geht’s allerdings nicht mit dem Schiff weiter, sondern mit dem Überland-Bus. Jaja, auch das gibt’s hier! Zwar war ich nur auf den Bus ausgewichen, weil es an dem Tag keine (preiswerten) Rückflüge mehr gab. Doch die Wahl sollte sich als goldrichtig herausstellen, denn die holprige Fahrt über schneebedeckte Pisten bot unzählige schöne Aussichten auf norwegische Küsten-Landschaften!

 

 

 

Eben :)

 

 

 

 

Auch die Strasse selber war sehenswert: In hunderten Kurven folgte sie der zerklüfteten Küstenlinie des Porsangerfjords mit seinen zahllosen Buchten – und ab und zu wurden auch kurze Tunnels eingebaut.

 

 

 

 

Und hinter jeder Kurve, am Ende jedes Tunnels warten neue sagenhafte Ausblicke!

 

 

 

 

Nach gut der Hälfte des Weges verlässt die Strasse den Fjord und führt ins Landesinnere – was aber auch nicht minder sehenswert ist!

 

 

 

 

Und schon sind wir zurück, wo der heutige Tag begonnen hat: An den Ufern des Altafjordes.

 

 

 

 

Der Bus lädt mich am Flughafen aus, ich sattle um auf meinen Drahtesel, und radle nach dem erfüllten Tag zurück in meine Unterkunft. Halt, ein kurzer Zwischenstopp muss noch sein! Altas neuer Attraktion, der zwei Monate zuvor eröffneten Northern Lights Cathedral im besten Abendlicht, konnte ich einfach nicht widerstehen!

 

 

 

Ist der Tag damit zu Ende? Weit gefehlt! Kurz nach 22 Uhr zeigen diverse Sonnenaktivitäts-Websites einige Ausschläge und ein Blick aus meinem Ausguck bestätigt schwache grüne Schweife am Horizont! Schnell noch die letzten drei Kleiderschichten angezogen, auf das Fahrrad gehüpft, runter ans Wasser gedüst (okay, geschlittert), Stativ aufgestellt – und schon war ich mittendrin im Spektakel!

 

 

 

Danach verschwanden die Lichter leider wieder, doch ich blieb hartnäckig und harrte in der Kälte aus. Und es lohnte sich: Gegen 1 Uhr zeigten sie sich nochmals! Erst noch etwas zaghaft...

 

 

 

...doch dann ging für eine Minute über meinem Kopf so richtig die Post ab, die Lichter tanzten über mir und eine magische Stimmung machte sich breit. Mission accomplished!

 

 

 

Doch so schnell, wie sie gekommen waren, so schnell verschwanden die Lichter auch wieder – die fiese Morgendämmerung (um 1 Uhr) beraubte sie zusätzlich ihrer Stärke. Aber egal, ich hatte sie immerhin gesehen!

 

 

 

 

Tag 3: Grosse Nordrunde mit Zückerchen

 

So kam ich immerhin um 2 Uhr ins Bett – und um 5 war schon wieder Tagwache. Ein anstrengender Flugtag wartete!

 

 

 

Da nämlich prächtiges Wetter vorhergesagt war, hatte ich mir kurzfristig zum bereits bestehenden Nachmittags-Programm (immerhin auch sieben Flüge) kurz noch weitere vier Hüpfer dazu gebucht. Ein goldrichtiger Entscheid, wie sich zeigen sollte! Bis Hammerfest ist’s noch bewölkt, doch bereits nach dem Start in Hammerfest geht’s los. Erster eindrücklicher Programmpunkt: Der Håja, offenbar der grösste schwimmende Felsen der Welt. So etwas wie der visuelle Einflugpunkt in Hammerfests Pistenachse :D

 

 

 

Doch dann ging’s erst so richtig los. Die Flugroute führte uns auf 12‘000 Fuss vorbei an Sørøya, Norwegens viertgrösster Insel – und einer der schönsten, wie man sieht! Zerklüftete Buchten...

 

 

 

...und pittoreske Fjorde – hier wird das ganze Programm geboten!

 

 

 

Ein paar Flugminuten später erreichen wir das Festland, doch dieses ist nicht minder schön!

 

 

 

 

Schon sind wir im Anflug auf Sørkjosen und sehen diese idyllisch gelegene Siedlung

 

 

 

Einmal linksum kehrt im Fjord, und schon rattern wir über das Örtchen Sørkjosen hinweg auf seine Piste 15 zu

 

 

 

Nach einer etwas langen Ground Time von 27 Minuten hievt sich die Dash wieder in die Luft. Wir steigen den Bergmassiven südlich von Sørkjosen entlang...

 

 

 

...bis wir genug Höhe gewonnen haben, um nach Westen in Richtung Meer und Tromsø abzudrehen. Aber das Meer ist ja eh nie weit!

 

 

 

Diese Flugstrecke ist besonders sehenswert, quert man doch die Lyngen Alps, eine 90-Kilometer lange Bergkette, welche sich quasi direkt aus dem Meer auf über 1‘500 Meter erhebt. Wunderschön!

 

 

 

 

Leider dauert auch dieser Flug nur eine gute Viertelstunde. Schon kommt die Zivilisation in Sicht...

 

 

 

...und dann eine sehenswerte rote Scheune; ein klarer Hinweis, dass man sich im Anflug auf Tromsøs Piste 19 befindet!

 

 

 

Doch auch in Tromsø bleibe ich nicht ewig – es geht wieder zurück nach Alta. Nach dem Start offenbart sich ein prächtiger Blick auf die wunderschön gelegene 70‘000-Einwohner-Metropole

 

 

 

Auch die zwei Wahrzeichen Tromsøs dürfen nicht fehlen: die Tromsøbrua (die schön geschwungene Brücke) sowie die Eismeerkathedrale an deren rechter/östlicher Auffahrt

 

 

 

Der Flugweg führt zurück über die Lyngen Alps – aber da nehme ich gerne noch eine zweite Dosis!

 

 

 

 

Zurück in Alta verbringe ich kurz vier Stunden am Flughafen und geniesse die Sonne im Schnee, dann geht’s auf die Nachmittags-Tour! Einmal rund ums Nordende Norwegens – und wie gern! So lassen wir den Altafjord einmal mehr zurück...

 

 

 

Zuerst geht’s eine gute halbe Stunde nach Osten, über kaum besiedeltes Gebiet, welches teilweise schon zu Finnland gehört.

 

 

 

Auch wenn hier die Komponente Wasser etwas fehlt, eindrücklich sind die Landschaften gleichwohl!

 

 

 

Schliesslich fliegen wir über dutzende Seen auf die Stadt Kirkenes an, den östlichsten Aussenposten Norwegens – nur wenige Kilometer von der Russischen Grenze entfernt, und – man glaubt es kaum – so östlich gelegen wie Istanbul oder Kairo!

 

 

 

Über die tief verschneite Varanger-Halbinsel nehmen wir Kurs auf das Fischerdorf Båtsfjord (Bootsfjord) an der Barentssee – Heimat von 2‘000 Personen.

 

 

 

 

Leider gab es ausser viel Weiss und tiefliegenden Wolken nicht allzu viel von Båtsfjord zu sehen, zudem war mein Fenster von der dreckigeren Sorte. Da kam es also gerade recht, dass ich während der 11 Minuten am Boden mit der Crew ins Gespräch kam – und kurzerhand ein paar Reihen vorrücken durfte!

Nach nur einer Viertelstunde Flug sind wir schon im Anflug auf das nächste Dorf der Runde, Mehamn – wunderschön am Wasser gelegen, und mit einem entsprechend eindrücklichen Anflug gesegnet!

 

 

 

Wie fast alle Airports hier oben verfügt er über eine 880 Meter kurze Piste, und ist daher striktes STOL-Territorium. Nicht, dass mich das stören würde! :)

 

 

 

Auch für die Piloten ist das bei diesem Wetter natürlich ein Kinderspiel, und so gondeln wir mit gemächlichen 95 Knoten dem kurzen Stück Asphalt entgegen

 

 

 

Ein paar Paxe raus, ein paar neue dazu – und nach zehn Minuten werden schon wieder die Triebwerke gestartet. So geht Regional-Fliegerei! Bereits sind wir zurück auf der Piste 17 und „ready to rumble“!

 

 

 

Die nächste Station ist eine ganz Besondere: Mein geliebtes Honningsvåg! Dass ich den spektakulären Anflug einmal von den Logenplätzen aus erleben darf, hätte ich mir nie träumen lassen. Aber nun sind wir hier, fliegen den Fjord entlang, und haben den Airport rechterhand vor uns klar im Blick! Etwas hoch sind wir vielleicht - aber das ist nichts, mit dem die Dash nicht fertig würde ;)

 

 

 

Und dann folgt das Sahnehäubchen: das Eindrehen auf die Pistenachse. Yeeeeha!

 

 

 

Eine Viertelstunde sind wir am Boden, dann geht’s wieder steil nach oben. Nächster Halt: Hammerfest!

 

 

 

Wobei, haaaalt. Nur eine Flugminute von Honningsvåg entfernt liegt doch das Nordkapp. Da könnte man doch einen kleinen Schlenker einbau....gesagt, getan! Noch während des Boardings in Honningsvåg kam die Frage vom Captain: „Do you wanna see the North Cape?“. Natürlich wollte ich. Und so wurde das alles gebrieft, geplant und abgesprochen, und dann auch geflogen. Level-off in 2‘000ft, Kurs aufs Kap, und einmal drum herum. Echt wunderbar, dass dies auch im Jahr 2013 noch möglich ist!

 

Schon haben wir das Nordkapp schräg vor uns. Die flache Landzunge im Hintergrund heisst Knivskjellodden, und liegt 1,5km nördlicher als das populäre Kap - ist also das "wahre" Nordende Europas.

 

 

 

Warum ich das weiss? Weil ich sechs Jahre zuvor einmal genau an jenem Punkt gestanden war!

 

 

 

Definitiv die stilvollste Anreise ans Kap! :D

 

 

 

Dann wurde aber endgültig Kurs auf Hammerfest gesetzt. Immerhin überstieg die Airtime nun endlich mal wieder die 20-Minuten-Marke, wodurch auch Zeit für etwas Smalltalk blieb. Der Blick auf die Szenerie ging dabei etwas vergessen, aber immerhin die Instrumente hab‘ ich abgelichtet. Noch vier Minuten sind’s laut FMC bis Hammerfest, mit 1300ft/min sinken wir dem Ziel entgegen

 

 

 

Mal wieder ein Blick nach draussen: Ja, die Landschaften sind unverändert schön!

 

 

 

Et voilà, schon kommen Hammerfest und sein Flugplätzchen in Sicht – es gibt einen Direkt-Anflug auf die 23 für uns.

 

 

 

Und ein letztes Mal zum Geniessen: Established on finals, Props auf 1200RPM, Flaps 35, 90 Knoten Speed – und so gaaaaanz langsam auf die Piste zu! Reverse würde übrigens nur bei sehr schlechten Grip-Verhältnissen verwendet – bei normaler Witterung ist die Dash8-100 auch sonst bis zur Pistenmitte zu stoppen :)

 

 

 

Welcome to Hammerfest! Hier gab es 20 Minuten Ground Time, wohl weil nachgetankt wurde.

 

 

 

Ich machte es mir derweil für den letzten Hüpfer nach Tromsø wieder in der Kabine gemütlich, und genoss dann die famose Szenerie in den letzten Strahlen der Abendsonne (durch ein nicht ganz sauberes Fenster...)

 

 

 

 

Nach einer guten Stunde Aufenthalt in Tromsø brachte mich dann Norwegian’s Boeing 737-300 zurück nach Alta. Wenn man sich an die Dashs gewöhnt hat, rockt so ein Jet doch auch ganz ordentlich – vor allem auf einem 20-minütigen Flug! Leider war’s stockdunkel, und so gibt’s keine Bilder davon...

 

 

 

Tag 4/5: Ausspannen in Alta

 

Am Wochenende ist Norwegen aviatisch sozusagen scheintot, und speziell wenn man in einer Kleinstadt wie Alta weilt, hat man kaum eine Chance, wegzufliegen (bzw. auch gleichentags wieder heimzukommen). So verbrachte ich die zwei Tage halt einmal ohne Flug, inspizierte etwas die Gegend, und lichtete die wenigen Flieger am Airport ab. Schade, zwei sonnige Tage so nahezu ungenutzt verstreichen zu lassen, aber was will man machen!

 

Die beste Aussicht der Region hat man vom Berg Komsa. Von hier sieht man perfekt auf Altas Flughafen...

 

 

 

...aber auch auf die Innenstadt :)

 

 

 

Und eben – auch am Flughafen gab’s was zu knipsen. Mehr dazu dann in Bälde :)

 

 

 

 

Tag 6: Spotting in Tromsø

 

 

 

Auch der Montag stand im Zeichen der Flugzeug-Fotografie, diesmal einfach am etwas geschäftigeren Flughafen von Tromsø. Aber da muss man auch erst einmal hinkommen – und für einmal fiel die Wahl auf den Jet. Auch keine schlechte Entscheidung!

 

 

 

Auf der kurzen Strecke zwischen Alta und Tromsø steigen auch die Boeings nicht signifikant höher, und so kann man noch immer recht gut nach unten fotografieren :)

 

 

 

In Tromsø gab’s dann Flugzeuge vor der bekannten schönen Landschaft zu sehen, und auch die Sonne lugte hier und da noch etwas hervor. Perfekt!

 

 

 

Das grosse Highlight ist natürlich die Antonov An-24, welche dreimal wöchentlich aus dem nahen Russland über die Grenze hüpft :)

 

 

 

Hüpfen tat dann auch ich am Abend wieder, und zwar standesgemäss wieder mit Widerøe. Und siehe da, sofort klappt es auch wieder mit dem Panorama! :D

 

 

 

 

 

Im Sinkflug nach Alta überqueren wir diese menschenleere Hochebene, und kriegen dank der tiefstehenden Sonne Weiss in schönsten Formen und Schattenspielen geboten :)

 

 

 

 

 

 

Tag 7: Hüpferei im Golden Triangle

 

Die Szenerie im Dreieck Tromsø-Sørkjosen-Hammerfest hatte mir so gut gefallen, dass ich dort gleich nochmals vorbeischauen musste – zudem liess sich auch noch ein weiteres Plätzchen, Hasvik, ins Programm einbauen. Der heutige Plan sah wie folgt aus:

 

 

 

Doch am siebten Tage soll man je bekanntlich ruhn, und das schien mir auch Petrus recht entschieden mitteilen zu wollen. Alta lockte mit Tauwetter und gefrierendem Regen, was den ohnehin täglich unberechenbarer werdenden Fahrradweg gänzlich in ein gefährliches Eisfeld verwandelte. Und so endete die alltägliche Abfahrt zum Flughafen auf dem Allerwertesten, mit zwei schmerzenden Kniescheiben und einigen Schrammen an den Armen als Denkzettel...;)

 

 

 

Doch wer Norwegen bezwingen will, lässt sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen – genauso wenig wie von einer Dash, die wie ein begossener Pudel auf dem Vorfeld steht!

 

 

 

Wohlwissend, dass das Wetter schon einen Fjord weiter wieder komplett anders sein kann. Okay, bei der Zwischenlandung in Sørkjosen war’s auch noch nicht so prickelnd...

 

 

 

...aber die schroffen Lyngen Alps enttäuschten auch diesmal nicht!

 

 

 

 

Nach zwei Stunden Aufenthalt in Tromsø (den Kiosk in der Transit-Area des Terminals kannte ich bereits wie meine Westentasche!) ging’s auf gleichem Weg zurück: Über Sørkjosen hoch nach Hammerfest. Für einmal starten wir in Tromsø nach Norden, und so gibt’s eine Aussicht auf Ringvassøya, eine weitere felsige Insel

 

 

 

 

Nääächste Insel, Reinøya :)

 

 

 

Und schon folgt einmal mehr der Anflug auf Sørkjosen – und ein etwas unkonventionelles Sinkprofil lässt erahnen, was die Dash alles draufhat (-hätte): 12 Meilen vor der Piste (Meereshöhe) sind wir noch auf über 7000ft und brausen mit 217 Knoten durch die Gegend. Dann werden die Props auf volle Drehzahl gestellt, womit sie nun wie zwei riesige Bremsscheiben wirken. So sinken wir mit bis zu 1000ft/min, und verringern trotzdem noch die Geschwindigkeit. Kaum ist die maximale Geschwindigkeit fürs Ausfahren des Fahrwerks (um die 160kts) erreicht, werden auch die Räder in den Wind gehalten. So wird schlagartig auf um die 115 Knoten verlangsamt, während wir bei 6 Meilen noch immer 5‘300 Fuss über Grund sind (normal wären etwa 2‘200ft). Im Kriechgang, aber dafür mit einer wunderbaren Sinkrate von knapp unter -2000ft/min geht’s dann der Piste entgegen, und die Höhe wird im Nu vernichtet. Ein „Steep-Approach“-Schalter im Cockpit sorgt derweil dafür, dass das EGPWS ob der steilen Sinkrate nicht meckert und keine ungewollten falschen Alarme ausgelöst werden. Jaja, die Mini-Dashs sind schon tolle Flieger!

 

[size=1](Die angegebenen Sinkraten verstehen sich als Durchschnitt der Meile *vor* dem jeweiligen Schild. Die Daten stammen aus der GPS-Uhr, bergen also gewisses Fehlerpotential. Zudem handelt es sich bei den Geschwindigkeiten um Groundspeed, welche je nach Wind deutlich von der Airspeed abweichen kann.)[/size]

 

 

 

Und so heisst es, einmal mehr an diesem Tag: Welcome to Sørkjosen!

 

 

 

Doch gaaaanz schnell sind wir auch wieder weg, und überfliegen weitere idyllische Landstriche

 

 

 

 

 

Nun spiegeln sich die Berge auch noch in den stillen Wassern – wunderbar!

 

 

 

Schon ist Hammerfest erreicht. Einmal mehr gibt’s eine Platzrunde rechtsherum, womit mir statt der Sicht auf den Airport nur der Blick in die Weite bleibt ;)

 

 

 

Dann hab‘ ich wieder das Vergnügen, vier Stunden hier rumzukriegen. Vom kleinen Terminal kenne ich bereits jede Ritze, und so stapfe ich abermals durch den Schnee auf die Gegenseite :)

 

 

 

Irgendwann wird es dann doch noch 15:30, und eine weitere Dash, diesmal eine der seltenen -200er, holt mich ab. Es geht wieder südwestwärts nach Tromsø, allerdings diesmal mit einem Zwischenstopp im Dörfchen Hasvik nach einem Drittel der Strecke. Die dadurch tiefere Flughöhe hätte perfekt für geniale Aufnahmen der Berge gepasst, doch leider waren mittlerweile Wolken aufgezogen. Und so gibt’s halt nur ein Beweis-Bildchen aus Hasvik...

 

 

 

Genauso schnell, wie wir gekommen waren, entschwanden wir auch schon wieder über Hasvik Beach. Okay, nicht ganz so anmächelig wie die Strände in Miami oder der Karibik, aber immerhin Sand :)

 

 

 

Auf dem Weiterflug nach Tromsø reisst die Bewölkung nochmals etwas auf, und es gibt doch noch ein paar Landschaftsbilder für die Sammlung :)

 

 

 

Almost home!

 

 

 

Kurz vor Tromsø gibt’s nochmals einen Schuss Hochgebirge :)

 

 

 

In Tromsø dann das Altbekannte: Speck-Käse-Hotdog am Kiosk, Musik hören in den komfortablen Liegesitzen im Terminal, und dann mit der Abend-Norwegian heimwärts nach Alta – und abends um 11 über die erneut gefrorenen Fahrradwege ins warme Hotel radeln :)

 

 

 

Tag 8: Murphy’s Law

 

Tja, manchmal schlägt auch Onkel Murphy zu, und vermasselt einem die Lust am Reisen etwas. Mein Abreisetag aus Alta stand an, doch zusätzlich zum ohnehin schweren Abschied gesellten sich noch einige zusätzliche Komplikationen. Angefangen hatte es mit einem mehrtägigen Streik des Bodenpersonals an zahlreichen Norwegischen Kleinstflugplätzen. Da trifft es sich natürlich schlecht, wenn man eine Nordrunde mit 7 Stopps geplant hat. Und so strich Widerøe die gesamte Runde und mir blieb einzig ein Flug von Alta nach Tromsø, wo ich im Schlafsack am Airport übernachten wollte. Ich konnte dann via Callcenter immerhin noch einen Return nach Hammerfest ergattern, um wenigstens auf (mickrige) drei Flüge zu kommen.

 

 

 

Das Wetter zeigte sich nämlich durchaus von seiner schöneren Seite, wie ich beim Abflug aus Alta schnell realisierte!

 

 

 

Im Gegensatz zu den Kleinst-Dashs boten die Q300 auch 2-3 Sitzreihen vor den Propellern, und so musste dieser Umstand nochmals kräftig ausgenützt werden!

 

 

 

Auch mit Weitwinkel: Die Landschaft ist einfach sagenhaft schön – wie aus einer anderen Welt! Die Kombination aus blendend reinem Weiss und kräftig-tiefem Blau verpackt in eindrücklichen Formen wird mich wohl immer begeistern!

 

 

 

Doch auch etwas Zoom ist nicht zu verachten. Schnell fühlt man sich wie inmitten der Schweizer Alpen...

 

 

 

...nur um dann gleich wieder das Meer zu bestaunen!

 

 

 

Da kann man einfach nie genug kriegen von! Geniesst die tief verschneiten Landschaften nochmals, es werden die letzten dieses Trips sein!

 

 

 

 

Und schwupps, schon wieder bin ich in Hammerfest gelandet – mit der wunderschönen Aussicht, nun ganze fünfeinhalb Stunden in seinem winzigen Terminal (mit dem nicht funktionierenden Wifi) zu verbringen. Meh...

 

 

 

Doch es kommt noch weit besser: Mein eingecheckter Koffer erscheint nämlich nicht auf dem Band (Bändchen), und scheint irgendwo auf dem weiten Weg von Alta via Tromsø nach Hammerfest verloren gegangen zu sein. Nicht nur das – niemand hat eine Ahnung, wo das Ding stecken könnte, ob es noch in Tromsø ist, oder in welche Himmelsrichtung es die Stadt verlassen hat. Grml. So gehe ich erstmal noch etwas knipsen, und hoffe bei jeder Dash, die landet, dass sie mein Gepäckstück dabeihaben möge – leider vergeblich...

 

 

 

Laaaange (und langweilige) Stunden später ist es dann endlich Zeit, Hammerfest für diesen Trip endlich das letzte Mal Lebewohl zu sagen. LN-WIA bringt mich zurück nach Tromsø. Doch auch dort hat man keine Ahnung, wo seine Reise meinen Koffer hingeführt haben könnte. Okay, ich kann nicht klagen – es ist trotz meiner recht aktiven Reisetätigkeit das erste Mal, dass ein Gepäckstück nicht angekommen ist. Ärgerlich ist bloss, dass es ausgerechnet an dem Tag passieren musste, für dessen Übernachtung im Terminal ich extra eine aufblasbare Matratze und einen Schlafsack auf die ganze Reise mitgenommen hatte. Aber naja, shit happens. Und so diente halt eine harte und vor allem kalte Wartebank als meine Schlafstelle, und ich richtete mich zwischen Gepäckfächern und Ortsplan häuslich ein. Dass darüber "Velkommen til Tromsø" prangt, birgt da doch einen gewissen Zynismus - aber immerhin war ich müde genug, um neben dem Frieren trotzdem etwas zu schlafen...;)

 

 

 

 

Tag 9: Der lange Weg südwärts

 

Neuer Tag, neues Glück? Naja, beschränkt. Vom Gepäck noch immer keine Spur, das Wetter liess auch zu wünschen übrig, und ein Teil meiner schönen Flüge auf und über die eindrückliche Inselgruppe der Lofoten fiel dem fortgesetzten Streik zum Opfer. So kam es, dass ich dann plötzlich dreimal zwischen Leknes und Bodø pendelte – aber immerhin hatte ich da einen gepolsterten Sitz und warm war’s auch :)

 

 

 

Wie gesagt, das Wetter war alles andere als prickelnd, und die schönen Landschaften in dichte Wolken gehüllt. Das erste Sehenswerte war der Downwind auf unseren ersten Stopp Stokmarknes, den ich wegen eines Go Arounds im Endanflug gleich zweimal erleben durfte :rolleyes:

 

 

 

Immerhin gab mir das auch doppelt Gelegenheit, die Küstenwelt von Stokmarknes zu geniessen :)

 

 

 

 

Etwas später heisst es „Bye Bye, Stokmarknes“ – auf zu neuen Ufern! Statt eines sehenswerten 7-Minuten-Hüpfers rüber auf die Loforten (im Hintergrund) geht’s wegen des Streiks halt direkt nach Bodø, aber was solls...

 

 

 

Bodø liegt merklich südlicher, weshalb Schnee nur noch teilweise ein Thema ist...

 

 

 

 

...und stattdessen von karibikähnlicher Meeresszenerie abgelöst wird. Auch nicht übel!

 

 

 

 

Aha, wir sind doch noch in Norwegen. Fischzuchten in engen Fjorden und niedliche rote Rorbuer (Fischerhütten) an den Ufern lassen keinen Zweifel!

 

 

 

Beim ersten Anflug auf Leknes zeigt sich auch nochmals etwas Abschiedsschnee :)

 

 

 

Nach zwei Stunden Nichtstun im Terminal ging es für einen kurzen Spin zurück nach Bodø – noch so gern, zumal wenn solche Ausblicke (auf Bodø-Stadt und ihren Flughafen) warten!

 

 

 

Zurück auf den Lofoten sind es wieder Natur und Kargheit, die dominieren

 

 

 

Nun darf ich weitere fünf Stunden im bewölkten Leknes rumkriegen. Ich entscheide mich für einen kurzen Stadtrundgang, bin aber rechtzeitig auf die Nachmittagswelle (zwei Flugbewegungen) zurück :)

 

 

 

Endlich ist es dann um 19 Uhr auch Zeit für meinen Flug, der auf einer niedrigen Flugfläche an der kompletten, einmalig schönen Inselkette der Lofoten entlang auf die Insel Røst führt. Doch diese Bilder muss ich leider gänzlich eurer Vorstellungskraft überlassen, denn alles, was ich zu sehen bekam, war...ähmm,...das hier:

 

 

 

Und so gibt’s einzig ein matschiges Beweisbild von der wundervollen (naja...) Insel Røst, bevor ich mich mit Freuden dem Festland sowie dem Ende des Tages näherte.

 

 

 

In Bodø gab’s einen letzten schnellen Transfer (so ohne Gepäck auch kein Problem...:rolleyes: ), und weniger als 40 Minuten nach meiner Ankunft sass ich auch schon in der Scandi-Boeing, die mich nach Oslo brachte. Dort wurde ich dann endlich auch wieder mit meinem Koffer vereint (auf welchem Weg er in die Hauptstadt gefunden hatte, konnte mir niemand beantworten...), und so konnte einer stilvollen und (diesmal) gemütlichen Nacht auf dem Terminal-Boden nichts mehr im Wege stehen!

 

 

 

 

Tag 10: Fjordausflug wider Petrus‘ Willen

 

Diese Nacht im Terminal war weitaus erholsamer als die letzte, und mit dem Gedanken an die gesparten 200 Franken für ein Flughafenhotel gleich noch viel süsser. Für die paar wenigen Stunden hätte sich das noch weniger gelohnt als ohnehin schon. Und so konnte ich recht munter und enthusiastisch das Flugprogramm des nächsten Tages antreten. An der Südwestküste Norwegens liegen nämlich einige spektakulär gelegene Fjord-Flugplätze, die ich nicht verpassen wollte. Steile Anflüge in enge Schluchten waren genau nach meinem Geschmack!

 

 

 

Leider wurde mein Enthusiasmus schnell wieder gebremst, denn die gesamte Küste präsentierte sich wolkenverhangen und düster. So kommt das einzig herzeigbare Bild vom Start am Fjord-Hub Sogndal, mit einem Blick in den Sognefjord – vor sechs Jahren war ich da mal auf einer Fähre entlanggetuckert (bei ähnlichem Wetter)!

 

 

 

Fünf Flüge „für nichts“, aber auch das gibt’s. Und das Fluggefühl in den röhrenden Dashs ist ja auch was wert :). Aber jetzt gehen wir gaaaaanz schnell einen Tag weiter...!

 

 

 

Tag 11: Fjordausflug, zweiter Versuch

 

Erneut steht eine ähnliche Route auf dem Programm (bloss mit einem zusätzlichen Fjord-Plätzchen, Sandane, im Portfolio).

 

 

 

Kevin ist extra aus der Schweiz angereist, um mich für einen Tag zu begleiten – oder mich zu kontrollieren, während ich in seinen Stammlanden herumwüte. Jedenfalls bringt seine Anwesenheit in Norwegen fast immer die Sonne hervor, und beim Abflug aus Oslo war dies nicht anders! :)

 

 

 

Zwar fehlt der Schnee, doch auch in zaghaften Frühlingsfarben ist die Landschaft ganz nett...!

 

 

 

 

Auf dem Weg in die Westfjorde überfliegen wir aber auch höher gelegene Gebiete, wo die Winterwelt noch intakt ist ;)

 

 

 

Ja sogar richtig hohe Berge gibt’s zu bewundern, während wir unserem ersten Ziel, Ørsta/Volda, entgegensinken

 

 

 

Leider kann auch Kevin’s Karma die Wolken nicht ganz vertreiben, und so gibt’s nur in einem Wolkenloch nach dem nächsten Takeoff einen schönen Blick auf den Fjord

 

 

 

Erst im Anflug auf Bergen, mit 250 Regentagen eigentlich Norwegens nässeste Stadt, zeigt sich die Sonne häufiger...

 

 

 

...und so gibt’s halt keine Fjord-, sondern Zivilisationsbilder :D. Egal, auch hier werden interessante Formen geboten!

 

 

 

 

Schöne Landschaften müssen trotz dichterer Bebauung ebenfalls nicht ausgeschlossen werden...

 

 

 

 

...und das Wasser ist ja sowieso nie fern!

 

 

 

Kurzes Umsteigen in Bergen, einmal mehr geht’s ins dicht bewölkte Sogndal, und von dort nach abermaligem Umsteigen mit einem neuen Flieger weiter nach Sandane. Zwar ist es auch hier bewölkt, doch der „Sturzflug“ in den Fjord ist trotzdem ganz nett!

 

 

 

Ein letzter 17-minütiger Turn-Around, ein letztes Auflinieren auf eine kurze Piste...

 

 

 

Dann ein letztes Mal das Röhren der Triebwerke und ihr Zerren am Rumpf beim Setzen des Startschubs geniessen, mit 80 Knoten rotieren und steil dem Himmel entgegensteigen. Der letzte Widerøe-Flug der Reise war soeben angebrochen!

 

 

 

 

Tag 12: Ein metrosexuelles Date vor der Heimkehr

 

Zwei Tage zuvor war mir beim Durchforsten des Osloer Flugplans zu Spottingzwecken kurz die Kinnlade auf die Tischplatte gesaust – da stand doch wirklich eine Fairchild Metro im Timetable, die zweimal täglich in ein Nest namens Fagernes fliegt. Ein Flugzeugtyp aus meinem Lieblings-Segment der 19-Sitzer, den ich trotz mehrmaliger Versuche noch immer nicht in mein Logbuch bringen konnte – das war gefährlich! In Europa werden die schlanken Angströhren immer seltener, zudem war der hiesige Flug dank staatlicher Subvention recht preiswert – und so hatte ich schneller den Finger am Abzug, als man Metroliner schreiben kann!

 

 

 

Durchgeführt werden die Fagernes-Flüge von einer virtuellen Airline namens Air Norway, welche die Tickets verkauft und die Strecke dann von der dänischen North Flying A/S bedienen lässt. Fünf Passagiere sind es, die sich an diesem sonnigen Mittag einen riesigen Bus teilen, und schliesslich vom dänischen Jung-Copi mit Rockstar-Frisur an seinem Flugzeug willkommen geheissen werden :)

 

 

 

Die lange und enge Kabine der Metro ist nicht unbedingt etwas für ängstliche Flieger ;)

 

 

 

9 Minuten vor der geplanten Abflugszeit wurden bereits die Garrett-Triebwerke gestartet, und nach einem längeren Rollen hoben wir von der Piste 19R ab – inklusive fotogener Rechtskurve!

 

 

 

Das polierte Metall von Flügeln und Triebwerksgondeln sorgt für ein klassisch-stilvolles Ambiente – perfekt für meine Metro-Premiere! Die Scheiben waren etwas weniger perfekt - aber hey, da will man nicht kleinlich sein ;)

 

 

 

Während des kurzen Reisefluges blättere ich im Bordmagazin, und geniesse das deutsch-schweizerische Catering auf dem norwegischen Flug eines amerikanischen Flugzeuges der dänischen Airline :D

 

 

 

Schon ist es Zeit für den Sinkflug auf das recht hoch gelegene Fagernes, wo die Crew ihre Metro sicher durch die beträchtlichen Turbulenzen jongliert.

 

 

 

Beim Ausstieg am Provinzplätzchen bleibt genügend Zeit für ein Bildchen des Cockpits, sowie einen kurzen Schwatz mit dem erfahrenen dänischen Kapitän

 

 

 

Laut Zeitplan bleiben mir 30 Minuten Aufenthalt – genug für eine kurze Aussenansicht des hübschen Terminals!

 

 

 

Doch in Fagernes ticken die Uhren etwas anders, und statt um 15 Uhr wird unser Flug schon um 14:40 starten. Also husch husch zurück in die ganz leicht überdimensionierte Boarding Area!

(wer sich aufgrund der Dimensionen fragt, was das angesichts von zwei Metro-Flügen pro Tag soll: im Winter schlagen ab und zu mal englische Skicharter in Fagernes auf, das in der Nähe einiger Skigebiete liegt)

 

 

 

Mit zwanzig Minuten Verfrühung erheben wir uns wieder von Fagernes‘ Piste und mein letzter innernorwegischer Flug für jenes Jahr nimmt seinen Lauf :)

 

 

 

Abermals habe ich die Hälfte der langen Kabine für mich – um die anderen Passagiere zu erspähen, bräuchte man schon fast ein Fernglas!

 

 

 

Schon sind wir (nach einem längeren wohl ATC-bedingten Umweg) im Anflugsektor von Oslo...

 

 

 

...wo wir nach 28 Minuten Flugzeit (im direkteren Hinweg waren es 20 Minuten gewesen) sanft aufsetzen

 

 

 

Den Rest des sonnigen Tages verbringe ich mit Spotting, und dann, pünktlich auf den Sonnenuntergang, ist es an der Swiss, mich wieder zurück nach Zürich zu bringen – wobei mir zwei Stunden an Bord des gleichen Flugzeuges nach all der Widerøe-Hüpferei fast schon unendlich lang (und ziemlich langweilig) vorkommen :)

 

 

 

Und somit ist dieser Trip zu Ende.

Wirklich? Nein! Schliesslich gehört zu jeder Vorstellung eine

 

 

 

ZUGABE!

 

Und diese kam ganz und gar unverhofft – wie halt so oft, wenn man Freundschaften aus dem Flightforum unterhält! Es ist 0:47 am 9. Januar. Normale Leute wären wohl schon im Bett, doch glücklicherweise bin ich nicht immer ganz so normal. Plötzlich klingelt das Handy, und Kevin ist am anderen Ende. „Ich will mal kurz deine Spontanität testen!“. Klingt ja gut, was gibt’s denn? „Naja, es hat gerade eine riesige Sonnen-Eruption gegeben, das heisst grosse Nordlicht-Aktivität in den nächsten Tagen. In Tromsø ist‘s die nächsten drei Tage wolkenlos. Heute früh um 9 Uhr geht der Flieger – kommst du mit?“. Tja. Und nachdem die Nordlichter auf meinem Trip zwar schön genug waren, um mich zu fesseln, aber nicht hammermässig genug, um meinen Hunger zu stillen, war die Entscheidung schnell gefallen. Und wenige Stunden später sah ich Greifensee und Zürichsee bereits von oben!

 

 

 

Die Flüge (via Kopenhagen und Oslo) waren unspektakulär. Ebenso reibungslos ging die Automiete, das Aufsuchen des Hotels, und das Auffinden schöner Fotoplätzchen – ist halt schon hilfreich, wenn man einen erfahrenen Privat-Guide dabei hat! Selbstverständlich war auch der Himmel Kevin-mässig klar – nur Nordlicht-Aktivität kann auch der Meister selber nicht hinzaubern. Und so bedurfte es einiger Warterei, bis endlich gegen 9 Uhr die Show begann! Und wie!

 

 

 

Die Wahl des Foto-Platzes war goldrichtig, die vom Mond beschienenen Berge des Ersfjord boten das perfekte Setting für die schönen Lichter. Gut gemacht!

 

 

 

Leider war das Spektakel nach 20 Minuten schon vorbei, und wiederholte sich auch nicht mehr, obwohl wir bis morgens um 3 Uhr ausharrten. Offenbar schoss die Sonnen-Eruption, die Weltraum-Fans rund um den Globus eine Nacht lang in den Himmel starren liess, grösstenteils an der Erde vorbei. So ist das Leben...

 

So startete der nächste Tag erst nach Mittag – macht nix, hell wird’s eh nie, und die Weihnachtskärtchen-Bilder Tromsøs von seinem Hausberg kann man auch nachmittags um 3 bestens fotografieren!

 

 

 

Die Stadt ist schon äusserst schön gelegen!

 

 

 

Die zweite Nacht schlugen wir uns vergebens um die Ohren – zwar war’s abermals wolkenlos und der Mond schien hell auf die wunderschöne Winterlandschaft, und tauchte diese in ein magisches Licht. Nur Nordlichter wollten sich abermals keine zeigen...!

 

 

 

Am dritten und letzten „Tag“ unternahmen wir während der kurzen Hellzeit eine Ausfahrt auf die Inseln Sommarøy und Hillesøy westlich von Tromsø. Diese hübschen Hüttchen trafen wir allerdings bereits auf der Fahrt um den Kattfjord an...

 

 

 

Die Sommarøybrua bringt uns dann aber auf die Insel...

 

 

 

Dort gibt’s viele weitere nette Fotosujets zu entdecken, wie zum Beispiel diese idyllische rorbu-Siedlung...

 

 

 

...oder dieses scheinbar am Ende der Welt gelegene Haus!

 

 

 

Doch eigentlich waren wir ja wegen was anderem gekommen – den Nordlichtern! Nachdem die Explosion nicht gehalten hatte, was wir uns davon versprochen hatten, und Tag zwei komplett lichterlos blieb, waren wir doch recht niedergeschlagen und pessimistisch. Wenig enthusiastisch setzten wir uns abends um 18 Uhr wieder ins Auto, zogen zwei weitere Folgen von der Ice Pilots-DVD rein – doch plötzlich waren draussen schwache grüne Lichter zu sehen. Yeeeha! Und kaum hatten wir unsere Hardware aufgebaut, nahm die Intensität der Lichter drastisch zu, und wir bekamen ordentlich was geboten!

 

 

 

Wunderschön!

 

 

 

Mal stärker, mal schwächer, aber immer präsent waren sie!

 

 

 

Zwei Landungen auf dem Allerwertesten später (das scheint in Norwegen irgendwie dazuzugehören...) war ich wieder am Ufer des Fjordes angelangt, und genoss den Rest des Displays von da:

 

 

 

Nach diesem Bild legten die Lichter eine kleine Pause ein, doch verschwanden sie nie ganz. Und gerade als wir uns nach einer halben Stunde Katz- und Maus-Spiel eine Pause im warmen Auto gönnen wollten, explodierte der Himmel! Plötzlich tanzten die Lichter direkt über uns rasend schnell – ein einmaliges Erlebnis, das sich kaum festhalten lässt. Aber naja, ich hab’s versucht!

 

 

 

 

Und schliesslich war fast der ganze Himmel voller Nordlichter – ein traumhafter Höhepunkt. Endlich, endlich, im dritten Anlauf, hatte ich sie so gesehen, wie ich mir das immer gewünscht hatte! Viel Geduld und Beharrlichkeit war nötig, aber es hat sich definitiv gelohnt!

 

 

 

Und damit hat dieser Bericht nun definitiv sein würdiges Ende gefunden!

 

Tja, muss ich Norwegen wirklich noch extra empfehlen? :). Zu empfehlen ist es definitiv, wenn man auf atemberaubende Natur, interessante Flüge oder die Jagd nach den wunderschönen Polarlichtern steht – oder auf alle drei. Die vom Staat subventionierten Widerøe-Flüge erlauben viel spektakulären Flug-Spass zu recht geringen Preisen. Und im Sommer gibt es mit dem „Explore Norway“-Ticket gar so etwas wie ein „All you can fly“-Abo.

 

Ich hoffe, dieser Bericht möge gefallen und vielleicht auch etwas inspiriert haben.

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