Spotting Tips: Corfu Ioannis Kapodistrias (CFU/LGKR)
Achtung: Der Guide basiert auf Erfahrungen aus den Sommern 2004/2005

Einleitung
Der Flughafen von Korfu trägt den ICAO-Code LGKR und den IATA-Code CFU. Der mittelgrosse Airport befindet sich nur unweit der Hauptstadt der Insel, Korfu Stadt. Der Airport ist in einer Lagune erbaut worden, und so ragt die Piste weit ins Wasser hinaus. Der Piste entlang, getrennt von einem schmalen Wasser-Arm verläuft auf der östlichen Seite der Kanoni-Hügelzug. Von dessen Südspitze hat man eine wunderbare Aussicht auf die Piste, und somit auch auf die landenden und startenden Flieger. Vor allem deshalb ist Korfu einer der Traumflughäfen von Spottern, weil man sehr nahe am Geschehen dran ist und eine grandiose Übersicht über den Traffic hat.

Traffic
Der Traffic in Korfu ist sehr stark saisonabhängig. Im Linienverkehr wird er nur von Olympic Airways und Aegean Airlines angeflogen und ist mit Athen und Thessaloniki durch mehrere tägliche Frequenzen verbunden.
Den grössten Anteil an Traffic machen in Korfu aber die Charter aus:
In den Sommermonaten geben sich die europäischen Charterairlines die Klinke in die Hand, ab und zu können auch östliche oder russische Raritäten erspäht werden.
Die meisten vertretenen Flieger sind von Britannia bzw Thompsonfly, von Thomas Cook, Hapag-Lloyd und AirBerlin. Dazu gesellen sich dann noch weitere, kleinere Ferienfluggesellschaften wie Lauda, Edelweiss, Futura, Malev Holidays, Noviar, Transavia.

In Korfu gibt es drei trafficreiche Tage, an welchen fast ausschliesslich die Airlines aus einer Region zu sehen sind. Nachfolgend eine etwaige Aufstellung, basierend auf einer Woche im Juli 2005.

Tag:Regionen:
Montag:Top-Tag: Fast alles englische Charter
Dienstag:Wenige aus Deutschland, Österreich, Schweiz (Edelweiss), Belgien
Mittwoch:-
Donnerstag:-
Freitag:Fast ausschliesslich Britannia, ab und zu Futura, MyTravel
Samstag:Viele Deutsche und Österreicher
Sonntag:-


Ab und zu verirrt sich auch einmal ein Heavy nach Korfu, was natürlich ein besonderes Schmankerl darstellt.

LTU samstags aus Düsseldorf meist mit A330-200. Check Amadeus.net für Date & Time
Britannia freitags zweimal mit B767 | KrasAir freitags mit B767 | Novair freitags mit A330 aus Stockholm

ATC-Frequencies
Korfu verfügt über ein ATIS, eine APP- sowie über eine TWR-Frequenz. Abfliegende Flugzeuge werden nach dem Start an APP übergeben, der sie bis etwa FL240 hochcleart. Danach geht's zum Radar: Flieger nach Westen werden an Brindisi weitergeleitet, Flieger nach Osten an Athen.
Anfliegende Flugzeuge werden von Brindisi oder Athen an APP weitergereicht, der sie dann bis in den Anflug bringt. Meistens overhead wechseln die Flieger dann zum Tower, der sie bis zum Shutdown begleitet.
Corfu ATIS126.35
Corfu GND121.7 - nie benützt
Corfu TWR120.85
Corfu APP122.35
Brindisi Control132.075
Athens Control125.67


Procedures
Korfu verfügt glücklicherweise nur über eine Bahn, sodass einem grundsätzlich nichts entwischt. Trotzdem ist die Pistenbenützung ziemlich "nach eigenem Ermessen" gestaltet, da der Wind sowieso meistens "calm" ist.
Für Landungen wird meist die Rwy35 verwendet. Vor allem in betriebsreichen Zeiten, da man nach der Landung sofort abrollen kann und keinen Backtrack durchführen muss.
Allerdings wird bei Landungen auch gerne mal die Rwy17 gegeben, vor allem bei aus dem Norden kommenden Flugzeugen (und damit fast alle ;)). Diese müssen so nicht die ganze Insel umfliegen, sondern können straight-in anfliegen.

Bei Starts liegt der Schwerpunkt eher bei der Rwy17, da die Flugzeuge so sehr speditiv abgefertigt werden können. Auch Heavies gehen fast immer auf der 17 raus, da ein 180°-Turn am Pistenanfang der Rwy35 fast unmöglich wäre. Vielfach wird aber auch die Rwy35 benützt, trotz des dafür nötigen Backtracks.

Trotz dem Umstand, dass die Rwy17 vielleicht einen Deut mehr benützt wird, würde ich trotzdem an die Spotterpunkte in der Region Kanoni gehen, da sie einem einfach viel mehr bieten. Und von da aus sieht man auf der Rwy17 gelandete Flieger beim ausrollen, sowie auf der 17 startende Flieger beim Abhebend und beim Clibmout.

Spotting Points


Korfu ist ein Eldorado für Spotter. Vor allem um den Treshold der Rwy35 sind ausgezeichnete Locations vorhanden, auf die ich kurz eingehen möchte:

Location 1: Kanoni-Hügel
Der Kanonihügel verläuft entlang der Piste auf der Ostseite und endet etwa auf der Höhe des Thresholds der Rwy35. Dort befindet sich auf dem Hügel eine Aussichtsplattform, von welcher man das Wahrzeichen Korfus, die Mäuseinsel sieht. Uns interessieren aber eher die Flieger, die man von da eben auch sehen kann.
Der Punkt ist sehr gut erschlossen und bietet mehrere Restaurants, auf deren Terrassen man sich setzen und auf die Flieger warten kann. Wo hat man das schon?
Dabei hat man eine sehr schöneÜbersicht, denn man blickt auf die Runway hinunter. Von dieser Kanzel aus sieht man die Flieger von weither kommen, bis sie schliesslich etwa auf gleicher Höhe oder sogar unterhalb vorbeifliegen, und auf der Piste aufsetzen.
Diese Perspektiven sind doch speziell, sieht man die Flieger doch meist nur von unten. So ergeben sich dann auch schöne Kombinationen mit der dahinterliegenden, hügeligen Landschaft.

Erreichbarkeit: Bus Nr.7 vom Zentrum, ~10 Minuten Fahrt
Ausstattung: Zwei Restaurants mit optimaler Terrasse, zwei Hotels mit Pistenblick
Brennweite: 50-100mm für 90°-Shots, für Anflugbilder sind 250 oder mehr empfehlenswert
Tageszeit: Morgen früh (sehr schöne Stimmung) bis etwa 12-13 Uhr mittags
Perspektiven: App und Landungen Rwy35, Backtrack Rwy35, Departures Rwy17, Rollouts Rwy17
Beispielbilder:

Anflug Rwy35

90° Anflug Rwy35

Landung Rwy35

Climbout Rwy17

Backtrack Rwy35

Rollouts Rwy17


Location 2: Der Damm
Gerade vor dem Pistenanfang der Rwy35 verläuft ziemlich quer zur Pistenrichtung ein Damm, den den Kanoni-Hügel mit der anderen Seite der Lagune verbindet.
Von diesem Damm, der nur für Fussgänger sowie Zweiradfahrer zugänglich ist, hat man einen wunderbaren Blick auf Flieger, die auf der Runway taxeln oder von der Rwy35 aus starten. Bei Takeoffs auf der 17 sind die Flieger meist schon zu hoch. Natürlich können aber auch auf der Rwy35 landende Flugzeuge beobachtet werden, diese fliegen einem sehr tief über den Kopf und setzen in nächster Nähe auf.
Je nach dem, wie man sich auf dem Damm positioniert entstehen völlig verschiedene Blickwinkel.

Erreichbarkeit: Wie zum Kanoni (Punkt 1), dann 10 Minuten Treppen zum Damm
Ausstattung: Damm, rund zwei Meter breit.
Brennweite: 25-75mm für Rwy35-landings, 200-300mm für backtracks.
Tageszeit: Je nachdem, wie man sich auf dem Damm ausrichtet...Tipp: Sunset-Shots!
Perspektiven: Landungen Rwy35, Backtracks Rwy35, Takeoffs Rwy17, Rollouts Rwy17
Beispielbilder:

Backtrack Rwy35

Takeoff Rwy17

Sunset shots

Auf dem Damm


Location 3: Der Strand
Auf der westlichen Seite des Pistenanfangs Rwy35, und am Fusse des Damms auf der linken Seite liegt ein netter Sandstrand. Dort werden auch Liegestühle und Sonnenschirme vermietet, 2 Euro für einen Tag. So kann man dann dort im Liegestuhl sitzen und die Flieger beobachten. Und kommt einmal kein Flieger, ist eine wohltuende Abkühlung im Meer schnell getan. Der Strand ist wirklich empfehlenswert, da man sich dort einen schönen Tag machen kann und trotzdem bei seinen Fliegern ist.
Will man nur landende Flugzeuge fotografieren, so kann man dies aus dem Liegestuhl tun. Allerdings kann man auch kurz auf den Damm steigen (10 Meter), und von da hat man dann eine noch bessere Sicht der Dinge und sieht auch Flugzeuge auf der Piste.

Erreichbarkeit: Von Kanoni, 10 Minuten Treppen zum Damm, 5 Minuten über den Damm
Ausstattung: Schöner Sandstrand, Liegestühle und Sonnenschirme werden vermietet; Keine Verpflegungsstände
Brennweite: 50-100mm für 90°-Shots, für Anflugbilder sind 200 oder mehr empfehlenswert
Tageszeit: Erst nach dem Mittag (13-14 Uhr). Licht wird (logischerweise) mit zunehmender Tageszeit besser.
Perspektiven: Final 35, Takeoffs Rwy17, Backtracks Rwy35
Beispielbilder:

Übersicht

Backtrack Rwy35

Backtrack Rwy35

Final Rwy35

Very short final Rwy35

Stimmungsbild


Location 4: Rwy17
(Hier war ich noch nie; Nur im Auto vorbeigefahren)
Die Piste 17 befindet sich direkt an einer dicht befahrenen Strasse, der Abstand zwischen Treshold und Strasse beträgt vielleicht 10 Meter. Dementsprechend nahe kommt man den Flugzeugen, die meistens auf der Rwy17 starten, oder sogar auf diese anfliegen.
Doch gerade bei Starts ist Vorsicht geboten: Schon für die Autos wurde extra eine Ampel errichtet, um den Platz gerade hinter der Runway bei Takeoffs freizuhalten. Was mit Menschen passieren würde, wenn es schon Autos auf den Rücken gelegt hat, möchte ich weder wissen noch ausprobieren.
Mit einiger Vorsicht ist dieser Platz aber sicher auch gut, da man eben sehr nahe ist. Man hat hier einen tollen Blick auf die GA- und Bizjet-Stands, sowie auf Flieger, die zur Rwy17 rollen und dort starten. Natürlich ist aber ein Zaun dazwischen.
Ebenfalls kann man Flugzeuge, die knapp über die Häuser und die Strasse auf die Rwy17 einschweben ablichten.

Erreichbarkeit: An den Flughafen, dann ein Fussmarsch von ca. 10 Minuten
Ausstattung: Strasse mit Gehsteigen, relativ viel Verkehr; Lidl-Markt rund 300-500mm entfernt.
Brennweite: (Geschätzt:) BizJets: 150-250mm, Takeoffs Rwy17: 100mm, Landungen Rwy17: 150mm
Tageszeit: Der beste Platz befindet sich östlich von der Runway, also wäre der Vormittag empfehlenswert. Evtl. ist aber auch ein Nachmittagsspot verfügbar.
Perspektiven: Taxi to, lineups & Takeoffs Rwy17, landings Rwy17.
Beispielbilder:



Start auf Rwy35 (© by Martin Wieczorek)

Vacating Rwy35 (© by Martin Wieczorek)

Taxi to Rwy17 (© by Martin Wieczorek)




Übernachtung und Verpflegung

Übernachtung: Hotel Royal
Es gibt einen fantastischen Ort, um direkt an der Landebahn übernachten zu können. Es ist das "Hotel Royal", zu dem auch die Terrasse (Spotting Point 1) gehört.
Es ist kein Erstklasshotel, jedoch sauber und schön eingerichtet. Die Zimmer sind mit Balkon, TV, Dusche und WC ausgestattet.
Es gibt viele Zimmer, die direkt auf die Piste hinausschauen. Von da bekommt man ähnlich tolle Perspektiven wie von der Terrasse. Der Preis für ein Doppelzimmer beträgt 70 Euros.
Schreibt einfach einen Fax und fragt um ein Zimmer, das auf die Piste hinausschaut. Ich war schon zweimal dort und hatte noch immer ein passendes Zimmer bekommen!
Fax-Nr: (aus dem Ausland) +30 661 38 786 . Bitte schreibt auf englisch!

Eine Alternative gibt es auch. Die Pension "Anna Bouzi" befindet sich in einem kleinen Gebäude, noch etwas näher an der Piste. Ich habe damit keinerlei Erfahrungen, mehr Infromationen dazu gibt's aber >>hier!<<

Verpflegung: "Captain George"
Den anstrengenden Spottingtag lässt man am besten in der Taverne von Captain George ausklingen. Der Chef ist eine Klasse für sich und immer gut drauf. Auch das Essen vermag zu überzeugen, vor allem das Tsatziki ist wirklich wunderbar! Und wenn man mit George etwas mehr ins Gespräch kommt, holt er bald einmal seine grosse Sammlung an Gästebüchern, in denen sich schon alles eingetragen hat, was in der Spotterszene Rang und Namen hat.
Ich kann die Taverne also nur empfehlen. Sie befindet sich ca. 100m oberhalb des Kanoni-Aussichtspunktes direkt an der Strasse.












Ein Tag in Korfu

Schön ist, dass man in Korfu problemlos einen ganzen Tag spotten kann. Es gibt genügend Plätze, sodass man die Sonne immer in einer guten Position hat. Und wenn mal kein Flieger kommt, sind Restaurant und Sandstrand ganz in der Nähe!


Nachfolgend eine Beschreibung, wie ich meinen Tag in Korfu plane:

Frühmorgens (8-9 Uhr) auf den Kanonihügel. Ins Restaurant sitzen und erst einmal frühstücken. Den Fliegern zuschauen, die im ersten Morgenlicht einschweben und sie in diesem tollen Licht fotografieren. >>Beispiel<<
Auf der Terrasse (Spotting Point 1) kann man bleiben, bis irgendwann um den Mittag herum die Sonne im Zenit steht. Spätestens dann empfiehlt es sich, zum Damm hinunter zu gehen und von dort ein paar Aufnahmen zu machen. >>Beispiel<<
Dann kann man langsam auf die andere Seite der Pistenachse gehen und sich in der Nähe des Sandstrandes niederlassen. Natürlich kann man auch direkt an den Sandstrand liegen, ist wirklich empfehlenswert und zugleich entspannend! Von dieser Seite kann man bis in die späten Abendstunden tolle Bilder machen, das Licht wird dann mit jeder Minute besser. >>Beispiel<<
Wenn man will kann man bis zum letzten Sonnenstrahl da bleiben, oder aber man kann auf die andere Pistenseite wechseln, um ein paar Bilder mit Fliegern und Sonnenuntergang zu schiessen, was auch ganz reizvoll sein kann. >>Beispiel<<
Tja, dann ist man eigentlich fertig. Natürlich kann man sich noch auf der Terrasse auf dem Kanoni-Hügel mit Stativ und Fernauslöser positionieren und Nightshots schiessen. >>Beispiel<< Oder aber man geht zu "Captain George" und rundet den Abend gekonnt ab. Dann, gegen 10 Uhr, nach einem guten Essen begibt man sich auf den Nachhauseweg. Falls dieser nur ins Hotel Royal führt, kann man sich natürlich auf dem Balkon des eigenen Zimmers auf die Lauer legen. Auch morgens um zwei herrscht manchmal reger Traffic!

Wegen den Wochentagen: Ich würde folgendes machen: Freitags am morgen hin, den ganzen Tag spotten und am Abend ins Hotel Royal zur Übernachtung. Dann hat man schon einmal viele vor allem englische Charter erlegt, und nach einer interessanten Nacht wird einem am Samstag die ganze Palette an deutschen Ferienfliegern vorgeführt. Wer dann noch nicht genug hat, kann am Montag nochmals extra hinfahren, um viele weitere, vor allem englische Charter zu fotografieren. Ist man an diesen drei Tagen präsent, dürfte man etwa 80% des Traffics an Airlines abgedeckt haben.