Flying Iberia's 747 to Tenerife

Zürich, Dienstag 12. Oktober, 08:00LT Nach einer kurzen Nacht treffe ich Marc vor der Terrasse. Doch da wollen wir heute ausnahmsweise nicht hin, nein, es geht viel höher hinaus! Und so machen wir uns auf den Weg in Richtung Midfield, wo wir kurz später auch schon ankommen. Viel zu früh, doch so bleibt noch Zeit um Spotterplätze, Flughafenkarten, Stadtpläne und Wetterberichte anzuschauen. Leider müssen wir feststellen, dass in London typisch englisches Wetter herrscht, es also trotz den sieben Stunden Aufenthalt nicht gut mit Easy-Spotting aussieht. Achja, a propos Easyjet, im Augenwinkel sehen wir gerade unsere Maschine ans Gate fahren!
Eine halbe Stunde später, 90% der 737-700 sind voll, wir werden zurück gepusht. Dann beginnt das Taxiing in Richtung Piste 28, der Beginn einer grossen Reise!
5 Minuten später, das Bild ist bereits bestens bekannt, wir linieren auf die Piste 28 auf während sich der Hochnebel hartnäckig hält. Uns soll's nicht kümmern, wir werden in den nächsten drei Tagen mindestens 6 Mal die Sonne sehen!
Zürich Airport, 10:58LT - Während von der Sonne geträumt wird, werden die Triebwerke hochgefahren. Zuerst bis 60%, dann voll, und ab gehts!
Wir rasen die 28 entlang, tschüss Zurich Tower, tschüss ihr Swiss-Flieger, bis bald! Und schon sind wir airborne...

Na, was hab ich gesagt? Schon kurz später sind wir über der dicksten Wolkenschicht mit einem wunderschönen Ausblick auf die Alpen!

Während die Wolken den gesamten Boden verdecken steigen wir neuen Höhen entgegen, und befinden uns schon bald im Cruise...

Ganz Frankreich und auch die Teile Englands, die wir überflogen, lagen unter der Wolkendecke, womit uns kein andres Fotosujet als das Wolkenmeer übrig blieb...

Über dem Ärmelkanal, 11:11LT - Wir sind schon im Descent, und nur noch knapp über den Wolken!

Fürs erste müssen wir uns schon wieder vom blauen Himmel verabschieden...

...Und uns mit englischen Wolken zufriedengeben...

...bevor wir schliesslich über den verregneten Vororten Londons auf Bahn 08 anfliegen

London Luton Airport, 11:27LT - Wir sind in London! Wie verrückt bremsten wir ab, kein Wunder, bei einer 7000ft-Piste! Wow, das war wirklich imposant! Schliesslich taxelten wir zu irgend einem Aussenstand, stiegen aus und betraten londoner Boden, auf welchem wir 7 Stunden verbleiben sollten

Sieben Stunden Aufenthalt in London Luton...
...sind tödlich! :)
Dieser Flughafen ist einfach ein nichts! Ein typischer Low-Cost "Hub". Null Athmosphäre, keine Wärme, einfach ein kühles Gebäude mit einem "Burger King", einem kleinen "Café", einer Spielecke und 18 Checkin-Schaltern. Schrecklich war auch die Tatsache, dass es (ausser im BurgerKing und auf den Barhockern des Cafés) keine einzige Sitzgelegenheit gab!
Nun, wie verbringt man da sieben Stunden? Haben wir uns auch gefragt. Da es (wie verwunderlich :)) auch keine Gepäckfächer gab, wollten wir auch nicht zu weite Strecken gehen. Für spotting war das Wetter sowieso zu schlecht, und nur um tiefliegende Wolken zu sehen hätten wir auch in Zürich bleiben können.
Nun gut, wir blieben länger als nötig im Burgerking, gingen 15 Minuten vor die Tür, wieder herein, liefen dreimal im ganzen Gebäude herum (was übrigens nicht wirklich viel Zeit in Anspruch nimmt :p ), sassen ins Café, schrieben Flugpläne ab, lasen alles mögliche (vom FXP bis zu der Gebrauchanweisung des Funkscanners) und langweilten uns.
Ah, man könnte ja Flugfunk hören! Geniale Idee, nur war auch "draussen" nicht wirklich viel los. Alle 30 Minuten meldete sich mal ein Easyjet oder eine Ryanair, doch die sprachen so schnell und unkultiviert dass man sie auch nicht verstand.
Tja, Langeweile at its best! Ah, hatten wir nicht vorher bei unserem Flughafenrundgang eine Spielecke gesehen? Stimmt! Wir sind erlöst!
Und so suchten wir dann diese auf, und fanden, Heureka!, einen Flugsimulator! Sofort wurde ein Pfund geopfert und wir jagten mit der 777 drei Minuten "Zeitbonus-Vierecke". Schade waren's nur drei Minuten!

Wieder zurück ins Café, ah, langsam könnte der Checkin für unseren Flug geöffnet werden. Mit ständigem Blick auf die Fluganzeige verbrachten wir eine weitere halbe Stunde. Schliesslich hielten wir es vor Spannung kaum mehr aus, und begaben uns auf drei weitere Rundgänge durch die Schalterhalle. Und just als wir am einen Ende waren, öffnete am anderen der Schalter für "EZY2203" nach Madrid. Na toll, nach 6 Stunden vollster Langeweile durften wir jetzt noch um einen guten Platz spurten. Frechheit sowas! :D
London Luton Airport, 17:55LT - Wir haben noch "2.Klasse-Sitznummern" sichern können. Mit einem Spurt zum Flieger könnte es uns sogar noch für einen Fensterplatz reichen. Und der war nicht unwichtig, sollte doch, just wenn wir über den Wolken angekommen sind, die Sonne untergehen. Doch der Flug hatte 20 Minuten Verspätung. Brachte Easyjet uns nun schon zum zweiten Mal um einen Sonnenuntergang?
Wenigstens die erste Voraussetzung, den Fensterplatz, konnten wir beide erfüllen. Den Spurt mussten wir aber wirklich hinlegen, und es war äusserst amüsant, 30, 40 Personen wirklich zu den beiden Flugzeugrtüren rennen zu sehen.
Anyway, wir waren drin. Nun Türen zu, Engines an, und auf Richtung Sonnenuntergang! Und wirklich, es ging ziemlich schnell. Schon bald waren wir bei der Piste 26 anngekommen, fuhren sie zurück und wendeten.
London Luton Airport, 18:14LT - Der Backtrack Rwy26 (Marc's Kommentar über kleine, unfreundliche Provinzairports die sich nicht einmal einen Taxiway bis zum Pistenende leisten können lasse ich hier mal beiseite :)) war schliesslich vollendet, und wir gaben Schub!

Schon bald waren wir abgehoben (viel Piste blieb wohl auch nicht mehr übrig...:)) und befanden uns im Climb durch die Wolken...

Es wurde knapp, und wir klebten nahezu am Fenster. Immer wenn wir eine Wolkenschicht durchbrachen, tauchte weiter oben eine nächste auf. Würde es noch reichen?

Es reichte nicht, auch wenn es sehr knapp war. Kaum waren wir endlich über den Wolken, war die Sonne schon darunter. Na, toll! Schon der zweite Sundown, der uns Easyjet vermasselt hat...

Oder sollte es doch noch klappen? Denn je weiter wir stiegen, desto besser waren die Möglichkeiten. Doch wie konnte es auch anders sein, es reichte knapp nicht, nur beleuchtete Wolken bekamen wir noch zu sehen...


Und schliesslich war sie ganz weg...

Nun erst merkten wir, wie müde wir eigentlich waren. Zeit, die restliche Flugzeit zu schlafen!
*Gähn* was, schon im Approach, war unser beiden Reaktion, als wir durch ein ruppiges Sinken geweckt wurden. Schon wurden die Lichter gelöscht, und wir hatten eine wunderbare Aussicht auf das Lichtermeer der madrilenischen Agglomeration! Und im Lichtermeer waren viele Jahrmärkte und Riesenräder zu erkennen. Und wahrlich, ich realisiere es erst jetzt, wir hatten doch wirklich just den spanischen Nationalfeiertag (Erinnerung an die Entdeckung Amerikas) getroffen... :p
Madrid Barajas Airport - 21:19, Und schon setzten wir auf, Bahn 33 Madird. Wir taxelten zum Stand, vorbei an einigen speziellen Fliegern, ja Marc berichtete sogar, drei DC-8 gesehen zu haben! Dann ging es in den Bus, welcher uns (Frau am Steuer, neee, ich sag ja nix...:)) zuerst zum falschen Terminal brachte. Nachdem alle Passagiere wieder zusammengetrommelt wurden gings dann zum richtigen Ausgang. Gepäck hatten wir keines, also nix wie los, zuerst noch etwas essen gehen. Wir erwarteten eine ähnliche "Fressanlage" wie in Zürich, doch Fehlanzeige!
Endlich, nach 15 Minuten fanden wir einen Lift mit einem "Restaurant"-Schildchen. Doch damit war die Flughafenkantine gemeint, und dort wollten sie uns nicht. Also nochmals durch den ganzen Flughafen zurück, ah, endlich, da, ein Restaurant. Gott sei dank!
Ich genehmigte mir ein in Öl getränktes, nicht mehr wirklich frisch aussehendes wiener Schnitzel, Marc griff, abgeschreckt von dessen Anblick zu einem harmlosen Schinkensandwich. Da könne man nicht viel falsch machen, meinte er. Doch der Butter entpuppte sich als irgendeine Mischung zwischen Meerrettich und Himberjoghurt. Was will ich damit sagen?
Gesättigt, aber mit nicht wirklich vollem Magen machten wir uns per U-Bahn auf den Weg in Richtung Innenstadt. Nach dreimaligem Umsteigen, endlosen kämpfens gegen den Schlaf und 30 Minuten Hotelsuche waren wir endlich in unserem Zimmer angekommen.
Wir hielten mit Lukas Brändle, der mit seiner Freundin auch in Madrid und im selben Hotel weilte, Kriegs- bzw Spottingrat und heckten Pläne für den Morgen des nächsten Tages aus. Endlich, waren wir fertig. Müde sanken wir beide ins Bett, zufrieden mit dem, was wir an unserem ersten Tag schon erlebt hatten.
Madrid Hotel "Cruz Sol", 01:15LT - Gute Nacht!

Madrid Hotel "Cruz sol", Mittwoch 13. Oktober, 06:35LT - Tagwache! Nach viel zu wenig schlaf rissen uns die diversen Wecker aus dem Schlaf. Doch der Blick nach draussen auf einen noch nächtlichen, aber wolkenlosen Himmel, entschädigte uns. 10 Minuten später trafen wir Lukas und Martina im Treppenhaus des Hotels, und es ging mit der U-Bahn auf den Flughafen (was in Madrid kein Katzensprung, sondern eine Odysse von 40 Minuten ist!)
Bus gibt es natürlich am gesamten Airport nur einen (der Welt-HUB LEMD ist soeben einen weiteren Punkt in meiner Achtungsskala gesunken) und der fuhr nicht dorthin wo wir wollten. Also wollten wir ein Taxi zur Piste 33, doch die wollten uns nicht. Also ging es mit dem einzigen Bus zurück in die Stadt zum "Campo de las Naciones", wo es eine Busverbindung zu dem Dorf geben sollte, welches am nächsten beim Spottingpunkt liegen sollte.
Nach 15minütiger Bussuche gaben wir es dort dann auf, und winkten uns ein Taxi herbei.
Doch die Odyssee nahm kein Ende. Nein, die Schwierigkeit war nicht, dem Taxifahrer aufgrund von Sprachproblemen mit Händen und Füssen zu erklären, wo wir überhaupt hinwollten, sondern den Spottingplatz zu finden. Denn der, der uns empfohlen wurde, war nur für Flughafenpersonal zugänglich und der Durchgang mit einer Schranke versehen, wie wir bald selbst erfuhren.
Doch wir gaben nicht auf, und schliesslich dirigierten wir unseren Chauffeur durch eine Baugrube irgendwo in die Pampas. Als die Schlaglöcher auf der Staubstrasse immer grösser wurden, bekamen wir Mitleid mit ihm und seinem schönen Auto und stiegen aus. Den weiteren Weg traten wir zu Fuss an, und nach einem 45minütigen Fussmarsch durch wahrscheinlich verbotenes Gelände (es war mit so einer schönen roten Tafel gekenntzeichnet, doch das einzige was wir verstanden waren die drei Ausrufezeichen :)) waren wir endlich am Flughafenzaun.
Madrid Barajas Anflug Rwy33, 09:30LT - Der Sonnenaufgang und damit verbundene Stimmungsshots waren schon längst passé, doch wir waren trotzdem froh, endlich unsere Kameras zücken und unserem Hobby fröhnen zu können.
Madrid Barajas Airport, 14:20LT - 45-Minuten-Wanderung zur nächsten Zivilisation, sowie die Taxifahrt zum Airport hatten wir hinter uns, vor uns war das zweite Highlight, das Zentrum der ganzen Reise, der Flug mit der Iberia B747-200!
Zuerst ging es noch was essen, wir hatten Lust, ein neu entdecktes Restaurant zu erkunden. Die Lust wandelte sich schnell in Frust, als wir merkten, dass das Essen von irgend einer Zentralstelle kommen musste; Aussehen, Geschmack und Ölgehalt waren der selbe, auch wenn es diesmal als Steak beschriftet war. Also zum essen muss man wirklich nicht nach Madrid...:)
Weiter gehts, nach 30minütiger Schaltersuche wurden wir fündig, und konnten einchecken.
"window Seat?" wurden wir gefragt. "Yes, we would like two windows seats on the right hand side *zeig* just behind the wing". "Window Seat?" "Yes". Ein weiteres Attribut des madrider Flughafens zeichnete sich ab; Fehlende Englischkenntnisse des Personals. Was wir schon bei der Restaurant-Kasse, dem Infoschalter, den Taxifahrern, und auch den Piloten am Funk festgestellt hatten, bewahrheitete sich erneut, und sollte uns noch zum Verhängnis werden. Denn Window-Seats waren es garantiert nicht, wenn wir auf dem Hin- und Rückflug verschiedene Sitz-Buchstaben hatten. "Aber lassen wir's sein, der wird ja eh nicht ausgebucht sein".
Und wie der ausgebucht war. Es zeigte sich zwei Stunden später am Gate, als das Gate geöffnet wurde. Mit einem Schlag entstand eine Schlange die bis weit durch die Wartehalle reichte. Doch eines war jetzt schon klar; Wir würden auf jeden Fall in einem Heavy fliegen, denn in einen A320 oder eine MD87 hätte man diese Meute nicht packen können :D
Madrid Barajas Airport, 16:30LT - Wir nahmen im zweiten Bus platz und liessen uns aufs Vorfeld fahren. Vorbei am ersten Jumbo, vorbei am zweiten, vor uns ein A340-300. "Nein, wir wollen nicht!" Uns fiel ein Stein vom Herzen als der Bus abdrehte, und auf eine gelb-rot-weisse 747 zufuhr. Glück gehabt! Naja, "begrenzt Glück gehabt" mussten wir unsere Freude relativieren, denn es war eine B747-400 anstatt der erwarteten -200. Na toll, -400 fliegen können wir noch lange, die -200er wollten wir! Ach was solls. Jumbo ist Jumbo, und gross ist er allemal! Wow!

Wir waren völlig angetan von der Grösse dieses Kolosses und liessen unsere Kameras klickenderweise umherschweifen.
Engine Nr.1

Engine und Nase :D

Und die typische Jumbo-Perspektive von der Treppe aus...

Während des Einsteigens ist uns noch das hier ins Auge gesprungen..:D

Und wir bahnten uns unseren Weg ganz nach hinten zu unseren Plätzen...

Angekommen, bestätigte sich die schreckliche Befürchtung: Fensterplätze waren das keine. Indes hatten wir den rechten Gangplatz der Mittelkonsole, und den gleich links daneben. Und Bus um Bus wurden immer mehr ferienhungrige Festlandspanier in den Flieger gepfercht, die Chancen auf einen Fensterplatz schwanden. Wenigstens hatten wir einen fast frontalen Blick auf die Leinwand. Toll, sind wir deswegen gekommen? :p

Madrid Barajas Airport, 17:00LT - Boarding completed! Nein, das durfte nicht wahr sein! Der ganze Flieger zu 98% voll, wo wollten den die alle hin? Das kümmerte uns weniger als unser Schicksal, die wir extra hierher gekommen sind, und nun auf die Mittelsitze verbannt wurden. "Wehe auch nur einer der Fensterplätzler schläft den Flug über, dem dreh ich den Hals um", meinte Marc noch. Recht hatte er.
Gerade neben uns sass einer am Fenster, und der Platz neben ihm war frei. Wir fragten ihn, ob es ihm etwas ausmachen würde, auf den Mittelsitz zu wechseln, wir seien extra von weit her angereist für diesen Flug. Er eben auch, lautete die Antwort. "Sorry for you. But you can 'ave the seat next to me" tönte es mit südländischem Akzent. Marc liess sich das nicht zweimal sagen, und ich hatte einen in der selben Position etwas weiter vorne entdeckt. Und schon waren wir eine Reihe näher beim Fenster!
Das Taxiing begann. Ich hatte es versäumt, meinen neuen Sitznachbar zu fragen, ob er den Fensterplatz wirklich brauche, und sollte es soeben bereuen. Denn kaum war der (imposante, aber nicht wirklich laute übrigens) Engine-Start completed, entschwand er ins Reich der Träume. Ich hätte das Band meiner Kamera verspeisen können vor Wut. Aber aufwecken konnte ich ihn auch nicht, denn dann wäre er garantiert so erbost gewesen, dass aus dem Fensterplatz auch nix mehr geworden wäre *g*.
So blieb uns beiden dann nur diese Perspektive für das Taxiing...Schade, hätte ich den futuristischen Tower doch gerne ganz drauf gehabt!

Madrid Marajas Airport, 17:30LT - Auf Bahn 36L angekommen, fuhren die Engines hoch. Kraftvoll, aber sehr gemächlich, nahmen wir an Geschwindigkeit zu, und sanft hob sich kurz später die Nase in den madrilenischen Himmel!

Nun gab es nicht mehr viel zu sehen und ich widmete mich dem ausgesprochen dicken Boardmagazin. Achja, Verpflegung gabs übrigens keine, auch nicht zu kaufen!
Währenddessen hoffte ich die ganze Zeit auf ein "Luftloch", eine Turbulenz oder von mir aus einen abfliegenden Spoiler, einfach irgend etwas das meinen Sitznachbar aufwecken würde. Und meine Gebete wurden erhört, als Reaktion auf die Quietschstimme der Stewardess bei einer Durchsage öffneten sich kurz seine Augen. Ich ergriff die Gelegenheit, fragte ihn, "gracias", und schon war ich am Fenster! Ich hatte es geschafft, juhuu, danke! Der Sonnenuntergang über dem Atlantik, der Anflug auf Teneriffa, alles konnte nun kommen, ich und meine Kamera waren da, alles abzulichten. Marc hatte leider weniger Glück und blieb den gesamten Flug auf dem Aisle-Seat.
Kurz später kam dann die europäische Küste in Sicht. Ich habe heute 30 Minuten sämtliche verfügbaren Atlanten und Karten Andalusiens nach dieser Landzunge durchsucht, doch wurde nicht fündig. Ein Blick auf die Airway-Chart brachte dann Klarheit. Wir verliessen das Festland nicht irgendwo über Südspanien, nein, wir waren nur runde 40 Kilometer östlich von Lissabon (Espichel VOR )! Und wahrlich. Wenn man genau schaut, erkennt man weit hinten im Dunst eine Brücke. Das ist die 12,3 Kilometer (!) lange Vasco Da Gama-Brücke von Lissabon! Seit ihrer Erbauung 1998 die längste Brücke Europas! Und ja, links davon, gleich dahinter befindet sich doch wirklich die portugiesische Hauptstadt! Genial! :)

Nun gab es nicht mehr viel interessantes zu sehen, Wellenkronen zählen wurde auf die Dauer auch langweilig und ich widmete mich wieder Jennifer Lopez und dem ausführlichen Artikel über sie und andere "Hispanics" und ihre Erfolge in Amerika im Boardmagazin.
Kanarischer Luftraum, 18:41LT - Frau Lopez schon lange beiseite gelegt, unterhielt ich mich mit einer holländischen Wasserfallfotografin (ja, das gibt's :)) über Gott, die Welt, Fotografie und Flugzeuge, als schliesslich der Descent begann, gute zwei Stunden nachdem wir in Madrid abgehoben sind! Für den Sonnenuntergang airborne würde es mal wieder knapp nicht reichen, deshalb versuchte ich es jetzt schon mit einem Stimmungsshot :D

Kurz später nur kam auch schon die Nordküste Teneriffas in Sicht! Wunderschön im Abendlicht!

Teneriffa zeigte sich immer mehr, und lag uns in einer mystischen Stimmung zu Füssen! Hach, war das schön...!

Sorry, es muss gleich nochmals sein...:)

Wir sanken weiter der Küste zu auf unseren letzten Meilen nach Tenerife Norte.

Kurz später überflogen wir schon die wunderschön beleuchtete Hauptstadt Teneriffas, Santa Cruz de Tenerife, während wir schon auf dem ILS waren!

...Vorbei am Berg "Taco"...

sind wir schliesslich im Final Rwy 30, man notiere die leichten Varpours!

Tenerife Norte "Los Rodeos", 18:56LT - Landed! Im Final wurde ich überrascht, als uns auf einmal der Erdboden sehr schnell näher kam, denn der Flughafen liegt auf einem kleinen Plateu. Doch für die Piloten ist das Routine, und die Landung war weich. Ebenso das abbremsen, nothing special :) Ja wir vacateted die Bahn sogar schon vor deren Ende...

Es folgte ein kurzes Taxiing zum Gate, Engines shut down, und 400 Spanier stürmten auf in ihre Ferien :) Nur wir blieben noch kurz sitzen und fragten die Stewardess, ob ein Cockpitbesuch möglich wäre. Doch, na, wer errät's, auch sie verstand nicht wirklich viel Englisch. "Ask the old man in the front"....aha :)
Schliesslich hatten wir den leicht ergrauten "Maitre de Cabin" gefunden, und predigten ihm unser Anliegen.
"We fly back with this aircraft again, so we would like to ask if it is possible to visit the cockpit while we are on the ground"
"I don't understand you. You will fly back again in one hour?"
"Yes, that's correct. We came especially from Switzerland just to fly on the 747, and because of this we would like to visit the cockpit, too!"
"I can't understand you. You came to Spain simply for flying on this flight?"
"Yes, just for the pleasure of flying and to be flown on Iberia's 747 once"
"Crazy people! You are just crazy people, truly. Never seen something like that...!"
Desweiteren machte er uns klar, dass ein Cockpitbesuch seit dem 11. September nicht mehr erlaubt sei. "Auch nicht auf dem Boden?" Nein, auch das nicht, es tut ihm leid. "Aber bitte, wir kamen extra von so weit her, und das wäre jetzt die Krönung!"
Nein, das könne er uns nicht geben, es täte ihm schrecklich leid. Aber er fühle sich geehrt, dass wir so weit angereist seien, nur um mit Iberia zu fliegen. "Crazy people!"
Tja, danke. So verliessen halt auch wir den Flieger und begaben uns ins Terminal. Wenigstens waren durch den Finger noch zwei schöne Sunset-Pics unserer Maschine drin

Und das Tail...

Wir liefen genüsslich an den 400 um das Gepäckband versammelten Leuten vorbei, und suchten nach einem Restaurant. Eines fanden wir, doch da wollten wir auch nicht hin. Zu gravierend war das Essenstrauma aus Madrid. Und als wir so durch den Airport streiften, gelangweilt, kam plötzlich doch noch Hektik auf. Ein Blick auf die Anzeigetafel (Hauptsprache übrigens Deutsch!): IBE951 - MADRID - LAST CALL!
O
ops. Und schon waren wir wieder im Stress! Wie schnell so ein Turnaround doch gehen kann, wenn man ihn selbst mirmacht :) Sinnbildlich für die Hektik dieses unscharfe Bild des Flughafengebäudes :)

Wir hetzten durch den Zoll, passierten die Gepäckkontrolle, und atmeten auf: Da waren noch 300 andere Leute beim Einsteigen, also keine Panik sondern einfach hinten anstellen :)
Tenerife Norte "Los Rodeos" - 19:56LT - Wir haben Platz genommen, diesmal war es wirklich ein Fensterplatz. Nützte aber nix, da es schon dunkel war. So ist dann dieser der letzte Shot des Erlebnisses, und zugleich der einzige des Rückfluges, geknipst kurz vor dem Push-Back!

Der Flug verlief ruhig, den Erwartungen entsprechend war auch in der Höhe keine Sonne mehr zu sehen, und so schliefen wir rasch ein. Zwei Stunden später blickte ich in Marc's Augen, die auch nach "gerade erst geöffnet" aussahen :) So genossen wir den erneuten Anflug über das Lichtermeer, die letzten Minuten im Jumbo, den nächtlichen Blick auf unseren Spottingplatz und schliesslich die nicht ganz so weiche Landung auf der Rwy33! Abenteuer Jumbo war zu beendet, und auch die Reise hat ihre Hälfte schon überschritten, 2/3 und damit das spannendste waren completed!
Aus Fehlern lernt man, so haben wir sowohl unser Nachtessen, als auch dem Proviant für den nächsten Morgen übrigens aus einem Automaten genommen. 2 Schoko-Croissonts als Nachtessen und 3 als Frühstück sind doch ganz lecker, nicht?

Madrid Barajas Airport, Donnerstag 14. Oktober, 10:44LT
Wir befinden uns nach einer erneut kurzen Nacht, der gewöhnlichen Anreise, dem passieren des Checkins und der anderen Anlagen schon wieder auf dem Airport, und zwar auf dem Vorfeld. Doch dies nicht etwa des spottings wegen, nein, der Heimweg steht an und unsere Easy-Maschine schon bereit!

Achja, doch. Ein kleines "Theater" gab es noch beim Checkin. Laut spanischem Gesetz dürfen Jugendliche ohne schriftliche Erlaubnis ihrer Eltern nicht nach England ausreisen. Was diese Regelung bringen soll wenn sie trotzdem noch in 100 weitere Ländern abhauen könnten, ist mir schleierhaft. Jedenfalls wurde das vom Easyjet-Büro dann irgendwie geklärt und wir konnten unsere Reise fortsetzen.
All dies lassen wir nun hinter uns, als wir den Push-Back beginnen, so auch die Aussicht auf zwei iberische A340 gleichzeitig!

Ein Blick auf das Kernterminal von Madrid, typisch, mit zwei "Iberia's" vornedran :D

Und weil ich irgendwie ein Symmetriefanatiker bin, hier gerade nochmals ein Bild, mit der Busarmada darunter :)

Iberia-Flieger, wohin das Auge reicht!

Und ein weiterer A340-600 - Tja, vielleicht nächstes Mal, wer weiss :)

Auch in Madrid wird gebaut - und wie! Ein neues Endlosterminal entsteht...:)

Der Komplex soll auch einen neuen Kontrollturm erhalten, auch wenn es noch eher an eine Blechbüchse erinnert :)

Wir sind schliesslich an der 36L angekommen, während vor uns ein letztes Special "loslegt".

Die DC-10 verlässt in diesem Moment Europa in Richtung Südamerika, während wir für unseren vergleichsweise kurzen "Hop" nach London auflinieren!

Madrid Barajas Airport, 11:26LT - Auch wir sind airborne, mit einem schönen Blick bis nach Madrid City!

Im Climb in Richtung Norden ist uns dieser Zick-Zack-See hier aufgefallen. Eine genauere Suche hat ergeben, dass dies der "El Atazar"-Stausee ist. Wie ich auf der Homepage soeben gelesen habe, wurde 1977 ein Riss sichtbar. Dieser wurde unter dubiosen Umständen repariert, und nun heisst es, der Riss habe nie existiert und man fürchtet um die Sicherheit. Interessant, auf was für Geschichten man stossen kann, wenn man so übers Land fliegt...:)

Ein sicheres Zeichen dass wir auf dem Heimweg sind, die Wolken kommen :)

Wir überfliegen das "Sistema Central", dies hier könnte der "Pico del Lobo" (2273m) sein.

Wieder etwas nördlicher sind uns diese speziellen "Bodentexturen" aufgefallen :)

Von Frankreich sahen wir gar nix, da es sich komplett unter den Wolken versteckte. Erst über dem Kanal lockerte die Bewölkung auf

Land in Sicht!

Und dann noch mit schönen, weissen Klippen! Der Flugplatz nebenan ist übrigens Bembridge (EGHJ), der einzige Flughafen mit geteerter Bahn auf der...

Isle of White...:)

Hier erreichen wir endgültig Festland (na gut, eigentlich ists ja immer noch eine Insel :)) und wie die zwei Schiffe die in den Hafen von Portsmouth einlaufen wird auch mir klar, dass wir uns schon wieder fast zuhause befinden!

Nochmal das herrliche Blau im Kontrast mit dem Orange geniessen...

Und dann, tja, schau mal an! Als Abschiedsgeschenk gibt's noch einen Blick auf Heathrow obendrauf!

Was da unten rumsteht ist schon der Traum einjedes Spotters! Man zähle mal...
11x747 (Malaysia, Virgin, Cathay, Thai, Virgin, Virgin, Virgin, Air India, BA, unknown, Singapore)
7x 777 (American, American, American, United, United, Saudi, American)
4x B767 (4x Air Canada)
und sonst noch n paar Dinge...Grauenhaft :)

In Luton war das Wetter leider einiges weniger freundlich. Im Approach über englische Rasenkulturen

London Luton Airport, 12:26LT - Und unten!

Und ein weiteres Mal waren wir in Luton angekommen...:)

Doch diesmal wars nix mit Langeweile am Provinzairport. In etwas mehr als einer Stunde sollte unser Flug nach Zürich gehen :)
Also dieses Mal von der Maschine weggerannt, durch das Terminal, auf den Koffer gewartet, gewartet, gewartet, wann kommt dieses Ding endlich? Da, nach 15 Minuten kam er um die Ecke. Weiter gehts...Koffer geschnappt, weiter gerannt, nicht links, nicht rechts geschaut um das Luton-Trauma nicht wieder aufzufrischen, schnurstracks zum Checkin, wir kannten uns ja bestens aus, und keuchend unsere Tickets in Empfang genommen. Fünf Minuten vor Schliessen des Schalters. Als Belohnung gabs Ticket Nr.130, die *****-Karte sozusagen :)
So gings in Eile weiter zur Abfertigungshalle, zum Gate, in die Schlange stehen, schon wurde die Türe geöffnet - Ja, für die mit den Nummern 1-40 :) Wir durften noch ein bissel warten, und als letzte ins Flugzeug. Fensterplatz war natürlich keiner mehr übrig, und so sassen wir irgendwo eingekesselt zwischen heimfliegenden schweizer Austauschschülern. "Hilfe, hier versteht man einem wieder!"
London Luton Airport, 13:48LT Wir starten ein letztes Mal, und lassen das kalte, regnerische, uns zum Glück nur als Umsteigepunkt dienende London hinter uns...Gerne mal wieder, nur nicht nach Luton bitteschön :)
Bilder gibt es leider keine mehr, und auch mit dem Text bin ich nahezu am Ende.
"Ha, schön, bald zuhause zu sein, hä?" fragte einer der Austauschschüler seine Kollegen durch den ganzen Flieger. "Ne, ich wäre gerne noch ein bisschen mehr in Europa herumgejettet", dachte ich und wohl auch Marc.
"Und was haben wir nicht alles erlebt" meinte ein anderer der Reisegruppe. "Tja, was haben wir beide in den letzten drei Tagen nicht alles erlebt", fragte ich mich selbst und blickte noch einmal zurück...

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